CRACK OF LIGHT

Materie, Zeit und die Dualität der Wahrnehmung

Die Werkserie „Crack of Light“ untersucht die Wechselwirkung zwischen Zeit, Materialität und der Beständigkeit des Kerns. Durch die Kombination von Bimsmörtel, Ölfarben und fluoreszierenden Pigmenten entstehen Arbeiten, die ihre volle Bedeutung erst durch den Wechsel der Lichtverhältnisse offenbaren.

Der Prozess der Erosion

Die Oberfläche der Werke – eine raue Schicht aus Bimsmörtel – steht symbolisch für die äußere Form, die sich im Laufe der Zeit verändert. Wie in der Natur oder einer Biografie entstehen Risse und Brüche nicht willkürlich, sondern als Resultat von Prozessen, Widerständen und der Einwirkung von Zeit. Diese Defekte werden hier nicht als Verfall, sondern als Evolution der Struktur begriffen. In Anlehnung an die Kintsugi-Philosophie wird der Bruch zum Träger einer neuen, wertvolleren Ästhetik.

Essenz unter der Kruste

Während die äußere Hülle durch äußere Einflüsse gezeichnet wird, bleibt eine innere Schicht unberührt. Die Serie verdeutlicht die Dualität zwischen dieser geformten Oberfläche und einer beständigen Substanz:

  • Die äußere Schicht: Repräsentiert die Form, die durch das Leben gezeichnet, gedehnt und schließlich aufgebrochen wird.

  • Das Leuchten (die Essenz): Die Pigmente symbolisieren eine Konstante, die bereits existiert, bevor der erste Riss entsteht. Sie wird jedoch erst durch die Deformation der Hülle sichtbar.

Transformation der Wahrnehmung

Der Lichtwechsel fungiert als analytisches Werkzeug: Im normalen Licht dominiert die haptische Materie. In der Dunkelheit oder unter Schwarzlicht verschiebt sich der Fokus. Die schwere Kruste tritt visuell zurück und gibt den Blick frei auf das, was im Verborgenen überdauert hat.

„Crack of Light“ ist somit eine Studie über die Beständigkeit. Sind die Brüche, die die Zeit in eine Oberfläche zeichnet, wirklich ein Zeichen von Zerstörung? Oder bilden sie vielmehr die notwendige Bedingung, um eine dahinterliegende, unveränderliche Essenz wahrzunehmen?

CRACK OF LIGHT

Matter, time and the duality of perception

The “Crack of Light” series of works explores the interaction between time, materiality and the durability of the core. The combination of pumice mortar, oil paints and fluorescent pigments creates works that only reveal their full meaning through the changing light conditions.

The process of erosion

The surface of the works – a rough layer of pumice mortar – symbolizes the outer form that changes over time. As in nature or a biography, cracks and fractures do not occur randomly, but as a result of processes, resistance and the effects of time. These defects are not understood here as decay, but as the evolution of the structure. Following the Kintsugi philosophy, the rupture becomes the carrier of a new, more valuable aesthetic.

Essence under the crust

While the outer shell is marked by external influences, an inner layer remains untouched. The series illustrates the duality between this shaped surface and a permanent substance:

  • The outer layer: Represents the form that is drawn, stretched and finally broken by life.

  • The glow (the essence): The pigments symbolize a constant that already exists before the first crack appears. However, it only becomes visible when the shell is deformed.

Transformation of perception

The change of light functions as an analytical tool: in normal light, the haptic matter dominates. In darkness or under black light, the focus shifts. The heavy crust recedes visually and reveals what has survived in secret.

“Crack of Light” is therefore a study of permanence. Are the cracks that time draws on a surface really a sign of destruction? Or are they rather the necessary condition for perceiving an underlying, unchanging essence?

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